Die Komfortzone ist ein gefährliches Luder. Wir alle kennen sie und fühlen uns pudelwohl mit ihr. Doch gleichzeitig wissen wir, dass sie unser Verderben bedeuten kann, wenn wir nicht lernen, sie öfter mal mutig zu verlassen. Denn bei ewiger Treue hält sie uns ziemlich sicher davon ab, ein wirklich erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen.

In diesem Artikel erkläre ich Schritt für Schritt, wie du es schaffst, dich aus einer eventuell unglücklichen Lebenslage zu lösen und endlich in die Umsetzung zu kommen. Vielleicht möchtest du schon lange beruflich etwas verändern? Oder achtsamer sein und gesunde Routinen in deinen Tag einbauen? Vielleicht hast du dich bislang einfach nicht getraut, den ersten Schritt zu machen?

Das alles ist kein Hexenwerk und trotzdem geht es jedem von uns immer wieder so. Die Gründe und dessen Lösung dafür möchte ich dir nun gerne gemeinsam vorstellen! 🙂

 

Meine fünf Schritte & Strategien, mit denen du sicher aus deiner Komfortzone kommst:

 

1.) Veränderung ist nur gut, wenn sie sich lohnt. Wofür wäre es gut?

Sagen wir, Lotte möchte sich eine Morgenroutine angewöhnen, schafft es aber einfach nicht, diese über einen längeren Zeitraum beizubehalten. Sie ist frustriert und macht sich Vorwürfe, dass sie einfach zu undiszipliniert und faul sei…

Was Lotte bisher fehlt, ist ein starkes Warum hinter ihrem Wunsch, eine Morgenroutine zu besitzen.

Klare Antworten auf die Fragen: Wofür wäre es gut? Was ist meine Absicht hinter dieser Veränderung? Und woran würde ich merken, dass es sich für mich gelohnt hat?

Bisher denkt Lotte, dass eine Morgenroutine gut für sie sei, weil ihr das auf Instagram in jedem zweiten Post eingetrichtert wird. Alle ihre Lieblingsinfluencer scheinen damit glücklich zu sein, deshalb braucht sie sie auch.

Was hier nun auf Lotte wirkt, ist eine extrinsische Motivation (= von außen). Um wirklich ihr Ziel zu erreichen und eine neue Gewohnheit zu etablieren, braucht sie aber die intrinsische Motivation aus sich selbst heraus, etwas verändern zu wollen. Und diese kommt erst, wenn Lotte sich einmal ausführlich die oben genannten Fragen beantwortet.

Nachdem Lotte sich diese Fragen gestellt hat, weiß sie, dass eine Morgenroutine deshalb gut für sie wäre, weil sie dadurch morgens nicht mehr gestresst und genervt, sondern positiv und dankbar in ihren Tag starten, sich mehr Zeit für sich selbst nehmen und mit einem ruhigeren Geist nach der Meditation merken würde, wie sie zufriedener und achtsamer geworden ist.

 

Was ich damit sagen will:

Wenn du keinen eigenen, glasklaren Nutzen für dich hinter deinem Wunsch nach Veränderung siehst, wieso solltest du dich dann aus deiner Komfortzone bewegen? Der Grund, weshalb du aufgibst oder gar nicht erst anfängst, ist nicht der, dass du zu schwach bist! Es ist der, dass du noch nicht dein Warum erörtert hast, wofür es sich für dich zu „kämpfen“ lohnt.

 

2.) Das Ziel in kleine Unterschritte unterteilen

Lotte kennt jetzt ihr persönliches Warum hinter ihrem Wunsch, sich eine Morgenroutine anzueignen. Dass sie trotzdem noch nicht in die Umsetzung gekommen ist, liegt daran, dass sie ein Ziel vor Augen hat, welches so groß erscheint, dass sie gar nicht weiß, wo sie anfangen soll und es deshalb doch lieber gleich sein lässt.

Die Lösung für das Problem lautet, ihr übergeordnetes Ziel („Ich möchte eine Morgenroutine und diese dauerhaft beibehalten“) in kleine Unterschritte zu unterteilen. Zum Beispiel könnte ein erster Schritt sein, den Wecker von nun an morgens eine halbe Stunde früher zu stellen. Als nächstes könnte sich Lotte eine Meditations-App herunterladen und damit morgens nach dem Aufstehen eine fünfminütige Beginner Meditation machen.

Wichtig ist hierbei auch wieder, dass sich Lotte selbst Unterschritte überlegt, die sie für realistisch und lohnenswert hält. Je kleiner die Unterschritte, desto mehr Erfolgserlebnisse wird sie sammeln. Ich empfehle außerdem, sich diesen Masterplan unbedingt aufzuschreiben.

Überlege dir: Was wäre EIN erster Schritt? Mache dir eine Liste mit dem Endziel ganz oben und schreibe alle einzelnen Unterschritte darunter, sodass du sie nacheinander abhaken kannst. Das wird dir ein gutes Gefühl geben und du kannst verfolgen, wie du deinem Ziel Schritt für Schritt näherkommst.

 

3.) Sei ein Teamleiter für deine inneren Anteile

Jeder Mensch ist in sich ein komplexes System, das sich aus vielen verschiedenen inneren Anteilen zusammensetzt. Das bedeutet, wir alle besitzen unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, die uns ständig beeinflussen. Da gibt es zum Beispiel den Macher, den Mut, die Perfektionistin, den Kritiker, die Angst, die Scham usw.… Auch dein inneres Kind, also dein kindliches Ich, ist ein enorm wichtiger Anteil von dir. Was all diese Anteile jedoch gemeinsam haben ist, dass sie immer nur das Beste für ihren Teamleiter wollen: dich.

Welcher innere Anteil von Lotte könnte bedingen, dass sie sich bisher noch nicht aus ihrer Situation gelöst hat? Und welche positive Absicht verfolgt dieser Anteil damit?

Oft stellen sich Anteile wie der innere Kritiker oder die Angst ihrem Teamleiter in den Weg und blockieren dessen Umsetzung. Was dabei wichtig zu verstehen ist, dass sie ihn lediglich vor etwas zu beschützen versuchen. Zum Beispiel davor, dass Lotte kritisiert und von ihren Mitmenschen ausgeschlossen wird oder etwas Unvorhersehbares geschieht, das ihr schaden könnte.

Was Lotte nun braucht, ist einmal objektiv auf ihre inneren Anteile zu schauen und sie beim Namen zu nennen, als wären sie reale Personen. Sie könnte fragen: „Hallo Angst vor dem Scheitern, was brauchst du von mir, damit du dich gut und sicher fühlen kannst?“ Eine Antwort könnte sein: „Ich brauche es, dass du dir deine Routine langsam angewöhnst, damit ich sicher sein kann, dass es dir damit gut geht.“

Alles was unsere inneren Anteile von uns wollen ist Beachtung. Schenke deinen Teammitgliedern deine Aufmerksamkeit! 🙂 Sie begleiten dich schon dein ganzes Leben und werden es auch immer tun. Möchtest du nicht in gutem Kontakt zu ihnen stehen?

Jedes Mal, wenn mich ein innerer Anteil wie beispielsweise die Angst blockiert, sage ich ihr, dass sie ein Teil von mir ist und mich deshalb gerne begleiten darf – ich aber lieber dem Mut die Führung für mein Projekt übertrage. Ich stelle meine inneren Anteile so auf, wie sie für mich hilfreich sind.

Du bist der Teamleiter und darfst entscheiden, welcher innere Anteil von dir für welches deiner Vorhaben am besten geeignet ist. Genau wie mit unseren Gefühlen ist es einfach notwendig, sie nicht zu verdrängen, sondern ihnen Beachtung zu schenken und ihre liebevolle Absicht für uns zu würdigen.

 

4.) Visualisierung

Eines meiner liebsten Tools, um meine Ziele zu manifestieren, ist die Visualisierung. Zu visualisieren setzt enorme Kräfte und Energien frei. Dabei lasse ich vor meinem inneren Auge einen Film ablaufen, der genau das zeigt, was ich erschaffen will (am besten sogar noch krasser) und fühle mich in diesen Film hinein, erlebe, wie ich mich fühlen würde, wenn es tatsächlich so eintritt.

Das Gesetz der Anziehung („Law of attraction“) ist ein Grundprinzip des Universums. Es wirkt durch Gedanken und Gefühle. Was auch immer du dir vorstellst, egal ob bewusst oder unbewusst, ziehst du wie ein Magnet zu dir heran. Worauf du dich innerlich fokussierst, das erlebst du äußerlich in der realen Welt. Indem du auf der Schwingung von Freude bist, wirst du mehr Freude anziehen. Bist du hingegen auf der Schwingung von Frust, ziehst du leider auch davon mehr in dein Leben. Je stärker die Gefühle zu einem Gedanken sind, desto größer ist auch die Anziehungskraft für das Vorgestellte.

Überlege, welche Herausforderung du genau anpacken willst und dann stelle dir in Gedanken bildlich vor, wie du diese Herausforderung locker flockig anpackst!

Lotte möchte also für sich eine Morgenroutine etablieren und anfangen, täglich zu meditieren. Sie visualisiert nun, wie sie morgens frisch und erholt aus dem Bett springt, sich mit einem Tee auf ihr Meditationskissen setzt und anschließend mit Freude und Dankbarkeit im Herzen ihren Tag beginnt. Sie sieht sich selbst, wie sie durch ihre neue Morgenroutine zu einem fröhlicheren und positiven Menschen wird, wie die Meditation sie entspannt und wie leicht es ihr fällt, morgens eine halbe Stunde früher aufzustehen.

Lotte FÜHLT, wie gut ihr das tut und sieht, wie geil ihr Leben sein wird, nachdem sie ihren inneren Schweinehund überwunden hat und die neue Gewohnheit ihr in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Nimm diese guten Gefühle und deinen inneren Film mit in den Tag und du wirst sehen, dass es dir viel leichter fallen wird, deine Herausforderung auch tatsächlich anzupacken.

Schließe jetzt deine Augen und stell dir vor, wie du deine Situation meisterst und es absolut genial verläuft! Du wirst allein dadurch merken, wie sich deine Komfortzone ausdehnt und wie viel selbstsicherer, stärker und motivierter du danach bist.

 

5.) Feel the fear and do it ANYWAY!

Schlussendlich ist es einfach so, dass wir alle mit egal welcher Vorbereitung auch immer ein bisschen Angst haben werden. Angst ist ein gutes Zeichen, denn sie zeigt uns nur, dass wir gerade dabei sind, unsere gewohnte Komfortzone zu verlassen und etwas zu wagen, das uns wichtig ist.

Angst darf dein Begleiter sein und auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, doch du solltest nicht vergessen, dass DU dein Auto steuerst. Du bestimmst, wo es hingeht, nicht deine „inneren Beifahrer“. Regelmäßig solltest du sie anhören und dir vielleicht einen Rat einholen, aber die Entscheidung triffst am Ende du als Teamleiter.

Nimm deine Angst, Unsicherheit oder was auch immer dich gerade begleitet, beachte sie, akzeptiere ihren Wunsch dich zu beschützen, und tu es dann trotzdem. 💪🏻

Photo by Alberto Bonardi

Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir geholfen, Klarheit zu finden, um ab sofort deine Komfortzone mit mehr Freude und Selbstvertrauen verlassen zu können. Wenn du diese Schritte wirklich so befolgst, wirst du gar nicht anders können, als endlich aus dir herauszukommen.

Die Welt braucht dich und dein Handeln! Du hast es verdient, glücklich und erfüllt zu sein und dich nicht länger selber klein zu halten.

Vergiss nicht, dich nach jedem erreichten Unterschritt zu belohnen. Es ist wichtig, dass du deine Erfolge feierst und merkst, dass es sich lohnt, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. Du wirst sehen, wie gut sich das anfühlt und wie stolz du auf dich selbst sein kannst.

Ich glaube an dich und wünsche mir von Herzen, dass du das auch tust. ♡

Wenn du diesen Artikel hilfreich fandest, kommentiere ihn bitte und teile ihn. Das hilft mir, den Weg zu finden zu denen, die ihn brauchen… Danke von Herzen! 🙂

Ich wünsche dir das Beste auf deinem Weg und freue mich, dich ein Stück dabei begleiten zu dürfen.

 

Deine Alica

6 Kommentare

  1. Mrs Crabs sagt:

    Wunderschöner Artikel. Mir gefällt besonders der Abschnitt „Feel the fear and do it anyway.“ Das ist auch mein Lebensmotto und ich finde es so motivierend, dass du nochmal darauf hinweist, dass nur weil man vor einer imaginären „Hürde“ steht, nicht heißt stehen zu bleiben, sondern einfach drüber zu springen.

    Danke für deine wunderbaren Worte.

  2. Katrin Preetz sagt:

    Grossen Dank für diesen so inspirierenden Artikel.
    Schritt 3 hat mich sehr begeistert.
    Teamleiter für meine inneren Anteile zu sein , das ist für mich ein ganz neuer und spannender Ansatzpunkt 🙏🏻🙃❤️

    1. gyvé sagt:

      den finde ich auch besonders gut!

  3. Gyvé sagt:

    Hammer Tipps und toll geschrieben!!!

  4. Sabrina sagt:

    Hallo Alica,

    ich verfolge deinen Blog jetzt schon etwas länger und finde ihn wirklich sehr gelungen! Auch dieser Artikel trägt so viel positive Energie in sich, dass ich das richtig schön aufsaugen kann!
    Am besten gefällt mir, für sich das „Warum“ zu klären … Tatsächlich versuche ich nämlich häufiger mir bestimmte Sachen aufzuerlegen, z.B. Bücher schneller zu lesen, und dann spüre ich aber eine Art inneren Widerstand und verliere die Lust daran. Ich glaube, das kommt daher, dass ich denke, dass mein Umfeld das von mir erwartet – ich aber selbst gar nicht so die Motivation dafür habe. Vielleicht kann ich mit dem gezielten „Warum“ solche Projekte jetzt besser vorantreiben.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    1. Alica Preetz sagt:

      Liebe Sabrina,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! 🙂 Es freut mich wirklich sehr, dass ich dir mit diesem Punkt einen kleinen neuen Denkanreiz geben konnte. ❤️ Tatsächlich hilft es mir auch oft sehr, mir die Warum oder Wozu-Frage zu stellen, um zu sehen, dass ich gerade gar nicht aus eigener Motivation handele, sondern eher um es jemandem Recht machen zu wollen…

      Ich wünsche dir noch eine schöne Woche 🙂 Du hast übrigens ebenfalls einen tollen Blog. 😘 Alica

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