In 5 Schritten zu mehr Selbstbewusstsein – Ein Gastartikel von Veronika Gebertshammer

Letztens war es wieder so weit. Das Semester hatte begonnen, ich saß in einem neuen Kurs und die Dozentin sprach die unheilvollen Worte aus: „Beginnen wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde!“ In mir breitete sich wie jedes Mal dieses unangenehme Gefühl aus, als wäre ich eine Schnecke, die sich am liebsten für immer in ihr Schneckenhaus zurückziehen möchte. Als ich an der Reihe war, wurde meine Stimme trocken, meine Hände schweißnass und ich verhaspelte mich auch noch in meinen zwei kurzen Sätzen. Mein Herz galoppierte wie ein wild gewordenes Pferd. Neidisch hörte ich einem Mädchen zu, das sich ganz locker ohne Scham vorstellte und von sich erzählte, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. „Das will ich auch können“, schoss es mir durch den Kopf.

Durch das Coachingprogramm der wundervollen Alica habe ich es geschafft, mein Schneckenhaus hinter mir zu lassen. Heute macht es mir richtig Spaß, mich zu präsentieren!

Wie auch du dein Selbstbewusstsein in fünf einfachen Schritten stärken kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Über Veronika Gebertshammer

Juhuuu, nun darf ich mich also tatsächlich vorstellen! 😊 Ich heiße Veronika, bin 26 Jahre alt und habe vor Kurzem mein Studium abgebrochen, um mich als Texterin und Autorin selbstständig zu machen.

Meine Reise zu mir selbst begann, als ich meinen Jura-Abschluss in den Händen hielt – und nichts fühlte. Ich hatte ein großes Ziel in meinem Leben erreicht, aber es berührte meine Seele nicht. Stattdessen fühlte ich mich unendlich leer. Damals beschloss ich: Ich möchte etwas ändern. Ich wollte mich voller Lebensfreude, Glück und Zufriedenheit fühlen, und das jeden Tag. Und genau das habe ich heute geschafft.

Auf Coffeeandamore helfe ich meinen Leserinnen und Lesern deshalb dabei, wieder ins Vertrauen zu kommen und mehr Lebensfreude zu empfinden.

…Wann ist man eigentlich selbstbewusst?

Laut Duden versteht man unter Selbstbewusstsein „das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt“. Wenn man das Wort Selbstbewusstsein auseinandernimmt, sieht man, dass es dabei um die Selbst-Bewusstseins-Werdung geht, dass man sich also über sich selbst bewusst wird.

Demnach basiert ein gesundes Selbstbewusstsein auf mehreren Säulen: Darauf, dass man sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst ist, dass man seinen eigenen Wert kennt und dass man sich über sich selbst bewusst geworden ist.

Selbstbewusste Menschen akzeptieren sich selbst, so wie sind – sie lieben ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen.

Dass selbstbewusste Menschen ihre Schwächen kennen, unterscheidet sie von Personen, die nur über ein geringes oder kein Selbstbewusstsein verfügen. Diese Menschen verurteilen sich häufig, wenn sie etwas nicht können, weil sie es nicht so umgesetzt haben, wie sie eigentlich wollten oder weil sie etwas nicht geschafft haben. Sie lehnen ihre Schwächen ab und wollen diese auch vor der Außenwelt verstecken.

Das Selbstbewusstsein hängt auch eng mit dem Selbstvertrauen zusammen: Selbstbewusste Menschen kennen ihre Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Sie kennen sich selbst also sehr gut und können sich daher selbst vertrauen.

Aus der Definition von Selbstbewusstsein lässt sich auch ableiten, dass der eigene Selbstwert bedeutsam für ein gesundes Selbstbewusstsein ist. Unter dem Selbstwert versteht man den Wert, den man sich als Mensch zuweist. Siehst du dich als wertvolles, menschliches Wesen, das mit Respekt und Beachtung behandelt werden sollte? Oder fühlst du dich eher wertlos? Ein ausreichendes Selbstwertgefühl ist darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil der mentalen Gesundheit.

Schritt 1: Was sind meine Bedürfnisse?

Der erste Schritt, um dein Selbstbewusstsein zu stärken, ist, dir über deine eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden. Schließlich bist du ja ein wertvolles, menschliches Wesen, das sich selbst auch mit Respekt und Beachtung behandeln sollte! So wie du dich selbst behandelst, so werden dich wahrscheinlich auch fremde Personen behandeln. Unter unseren Bedürfnissen verstehen wir das, was wir brauchen, um uns glücklich, ausgeglichen und gut zu fühlen.

Hier unterscheidet man zwischen den körperlichen Bedürfnissen (Hunger, Schlaf, Durst etc.) und den psychischen Bedürfnissen. Mit unseren körperlichen Bedürfnissen sind wir täglich konfrontiert. Zum Beispiel fühlst du dich müde, wenn dein Körper das Bedürfnis nach Schlaf hat. Wenn du diesen Bedürfnissen nicht nachkommst, hat dies potentielle gesundheitliche und sogar lebensbedrohliche Auswirkungen.

Erfüllen wir unsere psychischen Bedürfnissen nicht, hat dies zwar keine potenziell tödliche Konsequenz wie bei den körperlichen Bedürfnissen. Nichtsdestotrotz fühlen wir uns dann nicht gut und können unser Potential nicht entfalten.

Nach dem Ansatz des Psychologen Klaus Grawe lassen sich vier Grundbedürfnisse ausmachen:

1. Das Bedürfnis nach Bindung

Darunter versteht man das Bedürfnis, enge zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen und uns sicher und geborgen zu fühlen. Dadurch nehmen wir uns als liebenswerte und liebesfähige menschliche Wesen wahr.

2. Das Bedürfnis nach Kontrolle & Selbstbestimmung

Ist das Bedürfnis nach Bindung erfüllt, sehnen wir uns nach einem selbstbestimmten Leben, in dem wir ganz wir selbst sein können. Wir möchten Grenzen setzen und das Gefühl haben, Einfluss auf unser Leben zu haben. Wenn wir unser Leben aktiv gestalten können und Kontrolle darüber haben, fühlen wir uns sicher.

3. Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung & Selbstwertschutz

Daneben möchten wir uns wertgeschätzt fühlen und als „guter Mensch“ wahrgenommen werden. Unsere Fähigkeiten, Stärken und Talente sollen gesehen und gelobt werden. Selbstwertverletzungen und das Gefühl, wertlos zu sein, möchten wir vermeiden.

4. Das Bedürfnis nach Lust

Darüber hinaus streben wir danach, lustvolle und inspirierende Erfahrungen zu machen. Von „negativen“ Emotionen wie Angst, Schmerz oder Enttäuschung möchten wir uns am liebsten fern halten.

Sind diese vier Grundbedürfnisse erfüllt, sind wir glücklich und zufrieden.Dann sind wir in der Lage, „positive“ Gefühle wie Freude, Zufriedenheit und Dankbarkeit dem Leben gegenüber zu empfinden. Vernachlässigen wir unsere psychischen Grundbedürfnisse, fühlen wir uns nicht gut und sind gleichzeitig auch anfällig für psychische Krankheiten. Die vier Grundbedürfnisse sollten langfristig auch nicht im Widerspruch zueinanderstehen. Gehen wir zum Beispiel eine Beziehung ein, in der zwar unser Bedürfnis nach Bindung erfüllt wird, in der wir aber nicht mehr das Gefühl haben, selbstbestimmt über unser Leben entscheiden zu können, kann das zu Unzufriedenheit und Frustration führen.

Kommen wir unseren Grundbedürfnissen bislang nicht nach, sollten wir eine Lösung finden, wie wir ihnen besser gerecht werden bzw. sie in Einklang bringen können.

Schritt 2: Was sind meine Fähigkeiten und Stärken?

Um selbstbewusster zu werden, ist es im zweiten Schritt notwendig, dir über deine eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst zu werden. Dabei können folgende Fragen behilflich sein:

Was macht dir Spaß?
Was geht dir leicht von der Hand?
Wobei wirst du häufig um Hilfe gebeten?
Bei welchen Aufgaben und Aktivitäten erzielst du überraschend gute Ergebnisse, ohne dass du dich großartig anstrengen musst?  
Was sind deine Hobbys und Interessen?
Wofür kannst du dich begeistern?
In welchem Bereich erweiterst du dein Wissen gerne und mühelos?

Wenn du dich traust, kannst du auch deine Freunde und Familienmitglieder bitten, die Liste zu ergänzen. Denn bestimmt könntest du auch auf Anhieb die Stärken deiner besten Freundin, deiner Mutter oder deinem Bruder aufzählen? Es kann sehr sinnvoll sein, dich mit Menschen, die dich mögen und wertschätzen, darüber auszutauschen, wie sie dich wahrnehmen.

Notiere dir außerdem Situationen, in denen du dich innerlich erfüllt und authentisch gefühlt hast. Wenn dir keine einfallen, beobachte in Zukunft, wann du das Gefühl hast, ganz du selbst zu sein. Im zweiten Schritt kannst du dann überlegen, welche Stärken dahinterstehen könnten. Das Gefühl von Authentizität ist ein Anzeichen dafür, dass du deine Stärken und Fähigkeiten in dieser Situation ausspielen konntest.

Erfolge und gute Leistungen sind natürlich ebenfalls ein starkes Indiz für eine Stärke oder ein Talent. Durch welche Eigenschaften von dir konntest du zum Beispiel deinen Abschluss feiern, deinen Crush um ein Date fragen oder zehn Kilo abnehmen?

Ein Erfolgstagebuch kann dir gleich in zweifacher Hinsicht helfen: Einerseits schulst du dadurch deinen Blick für all die kleinen und großen Erfolge, die du schon erleben durftest. Andererseits kannst du dadurch auch deine zahlreichen Stärken und Fähigkeiten kennenlernen. Auf diese Weise kristallisiert sich langsam deine Erfolgsstrategie heraus, also die Strategie, die du immer wieder (unbewusst) anwendest, um erfolgreich zu sein.

Diese Herangehensweise kannst du im Übrigen auch auf alle Krisen und Herausforderungen anwenden, die du bereits gemeistert hast: Welche Eigenschaften haben dir dabei geholfen, das Problem zu überwinden? Wie du mit Herausforderungen umgehst, kann dir zeigen, welche Ressourcen und Stärken in dir schlummern.

Ein letzter Anhaltspunkt, um deine Stärken und Talente kennenzulernen, ist es, dir all die Dinge aufzuschreiben, für die du dich interessierst und begeisterst. Wenn du zum Beispiel gerne malst, bist du dabei intrinsisch motiviert. Du malst also nicht vordergründig, um ein fertiges Bild zu haben, sondern weil es dir Freude macht, kreativ zu sein. Bei solchen Aktivitäten sind wir meistens auch ziemlich gut, ohne dass wir uns zwangsläufig darüber bewusst sein müssen.

Halte dir deine Stärken-Liste stets griffbereit, sodass du sie immer wieder ergänzen kannst, wenn dir etwas Neues einfällt.

Schritt 3: Was sind meine Werte?

Im dritten Schritt geht es darum, dir über deine Werte bewusst zu werden. Deine Werte sind Eigenschaften und Überzeugungen von dir, die du als wichtig und wertvoll einschätzt und nach denen du dein Leben – bewusst oder unbewusst – ausrichtest.

Wenn du deine eigenen Werte kennst, fällt es dir leicht, ein authentisches Leben aufzubauen, das sich für dich (und nur für dich!) richtig und wertvoll anfühlt. Du bist plötzlich kein Fähnchen im Wind mehr, sondern kannst selbstbewusst Entscheidungen treffen. In dem Moment, in dem du dein Leben bewusst nach deinen persönlichen Werten ausrichtest, bist du nicht mehr darauf angewiesen, dass jemand anderes deine Entscheidungen und dein Verhalten gut findet.

Um deine Werte herauszufinden, hilft es, dir folgende Fragen zu stellen:

Was ist dir im Leben und im Umgang mit anderen Menschen wichtig?
Was macht dich wütend?
Was macht dich glücklich?
Was würdest du in der Welt gerne verändern, wenn du könntest?
Worauf bist du stolz?
Was ist dir bei einer Freundschaft oder einer Beziehung wichtig?
Wovon bist du überzeugt?
Welche Charaktereigenschaften magst du an dir und an anderen Personen?

Hast du die Fragen beantwortet, versuche, aus deinen Antworten 10-20 Werte abzuleiten. Fällt dir das schwer, findest du hier eine Liste mit Werten. Suche dir Werte heraus, die mit dir räsonieren, die dein Herz berühren. Du solltest aber erst versuchen, mithilfe deiner eigenen Antworten auf deine Werte zu kommen. Falls das nicht klappt, kannst du auf die Liste zurückgreifen.

Schritt 4: Wie möchte ich mein Leben gestalten?

Der vierte Schritt, um dir über dich selbst bewusst und damit selbstbewusster zu werden, ist, dir über deine Visionen, Träume und Ziele klar zu werden. Wenn du für deine Träume und Herzenswünsche losgehst, stellst du dich deinen Ängsten und überwindest Herausforderungen. Du lernst dabei, dir selbst und dem Leben zu vertrauen.

Je mehr Du Deine Träume lebst, desto stärker und selbstbewusster wirst Du.

Wie findest du deine Visionen und Träume? Nun, du kennst bereits deine Fähigkeiten und Stärken und weißt auch, nach welchen Werten du dein Leben ausrichten möchtest. Aus deinen Fähigkeiten, Stärken und Werten lässt sich deine Vision ableiten. Folgende Fragen können dir dabei behilflich sein:

Wie sieht dein Traumleben aus?
Was würdest du tun, wenn es keine Grenze gäbe und alles möglich wäre?
Was wolltest du als Kind immer werden?

Schritt 5: Welchen Sinn möchte ich meinem Leben geben?

Der letzte Schritt ist die Königsdisziplin. Während alle davon sprechen, welchen Sinn das Leben hat, geht es hier darum, welchen Sinn du deinem Leben geben möchtest. Nehmen wir an, es gibt tatsächlich eine allmächtige, übernatürliche Kraft, die uns alle erschaffen hat: Warum sollte diese Kraft gerade dich erschaffen haben? Was kannst du geben, was sonst niemand geben kann? Was kannst nur du? Was ist dein Warum?

Hast du deinen Zweck der Existenz gefunden, kannst du dort wie bei einer Tankstelle immer wieder dein Selbstbewusstsein auftanken. Wenn du dir darüber bewusst wirst, dass du aus einem bestimmten Grund – und nicht einfach zufällig – auf dem Planet Erde genau zu diesem Zeitpunkt bist, kann dich das unheimlich pushen und dein Selbstbewusstsein stärken. Du verstehst dann nämlich, dass du einzigartig bist und genau so wie du bist, richtig und gewollt!

Fazit

Möchtest du dein Selbstbewusstsein und dein Selbstvertrauen stärken, solltest du anfangen, dich selbst kennenzulernen: Wer bin ich eigentlich? Was ist mir wichtig? Was kann ich gut? Was macht mir Spaß?

Du merkst dann recht schnell, dass du so wie du bist, perfekt bist. Wenn du diese Erkenntnis verinnerlicht hast, ist da kein Platz mehr für übertriebenen Perfektionismus, Scham oder Unsicherheiten.

So war es jedenfalls bei mir. 😊 Seit ich mich selbst kenne, fällt es mir viel leichter, zu mir selbst zu stehen und mich zu zeigen. Denn ich habe verstanden, dass ich genau so wie ich bin, gewollt bin, und dass die Welt genau mich braucht – und keine falsche Version von mir.

Und genauso ist es auch bei dir:

Die Welt braucht genau dich! 

Mehr von Veronika findest du auf ihrem Blog Coffeandamore und in den sozialen Netzwerken:

Blog: https://www.coffeeandamore.de/

Instagram: https://www.instagram.com/coffeeandamore/

Facebook: https://www.facebook.com/coffeeandamore/

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